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Wärmepumpe im Altbau: Lohnt sich eine Wärmepumpe im bestehenden Haus?

29. Sept.
10 Min. Lesezeit

„Ein Altbau und eine Wärmepumpe – das passt doch nicht zusammen." Auch dieses Vorurteil hält sich hartnäckig, ist aber überholt. Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme hat in einer mehrjährigen Feldstudie in Bestandsgebäuden gezeigt, dass Wärmepumpen auch dort zuverlässig und energieeffizient arbeiten können. Entscheidend ist dabei weniger das Baujahr eines Hauses als die individuellen Bedingungen vor Ort: Dämmung, Heizlast und das vorhandene Heizsystem.


Dieser Ratgeber erklärt, unter welchen Voraussetzungen sich eine Wärmepumpe im Altbau lohnt, wie Sie Ihr eigenes Haus realistisch einschätzen, welche Wärmepumpenarten für Bestandsgebäude infrage kommen und mit welchen Kosten sowie welchem Stromverbrauch Sie kalkulieren sollten.


Wärmepumpe Außeneinheit an Backstein-Altbau im Winter montiert

Das Wichtigste zuerst


  • Eine Wärmepumpe lässt sich grundsätzlich in jedes Gebäude nachrüsten – auch ohne vorherige Komplettsanierung.

  • Entscheidend für die Effizienz ist ein möglichst geringer Temperaturunterschied zwischen Wärmequelle und Heizsystem, also eine niedrige Vorlauftemperatur.

  • Als grobe Orientierung gilt: Liegt der jährliche Heizenergiebedarf über 150 kWh pro Quadratmeter, sollte über zusätzliche Dämmmaßnahmen nachgedacht werden, bevor die Wärmepumpe final dimensioniert wird.

  • Fußbodenheizung ist ideal, aber keine Pflicht – auch mit ausreichend groß dimensionierten Heizkörpern kann eine Wärmepumpe im Altbau wirtschaftlich laufen.

  • Eine Hybridlösung mit der bestehenden Öl- oder Gasheizung ist eine bewährte Option, wenn eine Komplettumstellung noch nicht möglich oder sinnvoll ist.

  • Die Anschaffungskosten liegen inklusive Installation grob zwischen 15.000 und 30.000 Euro, abhängig von Wärmepumpenart und Erschließungsaufwand.


Inhaltsüberblick



  1. Können Wärmepumpen in alten Häusern überhaupt funktionieren?


Die kurze Antwort: ja. Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) hat über einen Zeitraum von mehreren Jahren den Betrieb von Wärmepumpen in einer größeren Zahl bestehender Häuser untersucht. Das Ergebnis war eindeutig: Wärmepumpen funktionieren auch in Bestandsgebäuden zuverlässig und heizen energieeffizient.


Die wichtigsten Erkenntnisse im Überblick:


  • Nicht das Alter entscheidet, sondern die individuellen Bedingungen – also Dämmung, Heizlast und Wärmeverteilsystem im jeweiligen Haus.

  • Technisch nachrüstbar ist grundsätzlich jedes Gebäude – eine Wärmepumpe lässt sich unabhängig vom Baujahr einbauen.

  • Entscheidend für die Effizienz ist ein möglichst geringer Temperaturunterschied zwischen Wärmequelle und Heizsystem: eine hohe Quellentemperatur (Außenluft, Erdreich oder Grundwasser) trifft im Idealfall auf eine niedrige Heizwassertemperatur.

  • Die Funktionsweise bleibt immer gleich, unabhängig von der Wärmequelle: Ein strombetriebener Kältemittelkreislauf macht Umweltenergie nutzbar. Ein Verdichter erhöht die Temperatur des Kältemittels, ein Wärmetauscher überträgt die Wärme an das Heizsystem, das Kältemittel kühlt wieder ab, und der Kreislauf beginnt von vorn.

  • Moderne Kältemittel erweitern die Möglichkeiten: Wärmepumpen mit dem natürlichen Kältemittel Propan (R290) erreichen Vorlauftemperaturen von bis zu 75 °C – ein klarer Vorteil in älteren Häusern, die noch nicht auf niedrige Systemtemperaturen ausgelegt sind.


 Klassisches Altbau-Einfamilienhaus mit Kaminen und Dachgaube


  1. Sieben Voraussetzungen für eine Wärmepumpe im Altbau


Damit eine Wärmepumpe im Bestandsgebäude wirtschaftlich und zuverlässig läuft, sollten folgende Punkte geprüft werden:


1. Energetische Gebäudesanierung.

Ein guter Dämmstandard von Außenwänden, Fenstern, Türen und Dachflächen ist die Basis für einen effizienten Betrieb. Als grobe Richtschnur gilt: Der jährliche Wärmebedarf sollte unter 150 kWh pro Quadratmeter liegen.


2. Angepasste Warmwasserspeichergröße.

Die passende Speichergröße richtet sich nach dem tatsächlichen Warmwasserbedarf im Haushalt: Für 3 bis 4 Personen mit Dusche oder Badewanne wird häufig mit mindestens 180 Litern kalkuliert, für 4 bis 5 Personen mit Dusche und Badewanne mit rund 300 Litern. Ein eigener Wellnessbereich muss individuell geplant werden.


3. Korrekte Heizlastberechnung.

Die tatsächliche Heizlast sollte bei Luft-Wasser-Wärmepumpen in der Regel unter 15 kW liegen, bei Sole-Wasser-Wärmepumpen unter 20 kW. Liegt sie darüber, sind meist zusätzliche Sanierungsmaßnahmen oder eine Hybridlösung sinnvoll.


4. Modernisierung der Heizflächen.

Ideal sind Wand-, Decken- oder Fußbodenheizungen. Bestehende Heizkörper müssen dafür nicht zwingend ersetzt werden – sie sollten aber groß genug dimensioniert sein, um auch mit niedriger Vorlauftemperatur ausreichend Wärme abzugeben.


5. Geeignete Aufstellmöglichkeit im Außenbereich.

Für die Außeneinheit empfiehlt sich ein Mindestabstand von etwa 3 Metern zum Nachbargrundstück. Auch der Lärmschutz spielt eine Rolle: In Wohngebieten liegt der übliche Richtwert bei maximal rund 60 dBA.


6. Passende Platzverhältnisse im Innenbereich.

Für Warmwasser- und Pufferspeicher sowie die Innentechnik wird ausreichend Platz benötigt. Eine fachgerechte Inneninstallation ist Grundvoraussetzung für einen störungsfreien Betrieb.


7. Niedrige Vorlauftemperatur.

Ein Niedertemperatursystem mit Vorlauftemperaturen unter 50 °C erhöht die Effizienz deutlich. Erreichbar ist das durch Flächenheizungen oder durch entsprechend vergrößerte beziehungsweise ausgetauschte Heizkörper.


Fazit dieser sieben Punkte: Eine Wärmepumpe ist auch im Altbau möglich – bei guter Dämmung, sorgfältiger Planung und passend gewählter Technik. Eine individuelle Beratung durch einen Energieberater oder Heizungsfachbetrieb ersetzt diese Checkliste jedoch nicht.


  1. In drei Schritten zur Wärmepumpe im Bestandsgebäude


Wer eine Wärmepumpe im Bestandsgebäude nachrüsten möchte, sollte sich an folgender grober Reihenfolge orientieren:


Schritt 1: Gebäude analysieren.

Zunächst wird der Sanierungsstand des Gebäudes realistisch bewertet. Anschließend lässt ein Fachbetrieb die tatsächliche Heizlast berechnen – diese Zahl ist die Grundlage für alle weiteren Entscheidungen.


Schritt 2: Heizsystem prüfen.

Im zweiten Schritt wird die aktuell benötigte Vorlauftemperatur gemessen beziehungsweise eingeschätzt. Darauf aufbauend wird geprüft, ob und wie die vorhandenen Heizflächen optimiert werden müssen – von der punktuellen Anpassung einzelner Heizkörper bis zur Umrüstung auf eine Fußbodenheizung.


Schritt 3: Wasserbedarf klären.

Zuletzt werden Haushaltsgröße und individuelle Komfortwünsche für die Warmwasserbereitung definiert, damit die Speichergröße passend geplant werden kann.


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  1. Ist eine Wärmepumpe im Altbau sinnvoll? Zwei typische Ausgangslagen


Altbauten bringen häufig zwei typische Herausforderungen mit: eine fehlende oder unzureichende Dämmung und die Nutzung klassischer Heizkörper statt einer Fußbodenheizung. Beide Situationen lassen sich einordnen, ohne dass automatisch eine umfassende Sanierung im Vorfeld nötig wird.


Altbau ohne ausreichende Dämmung

Unter schlechten Dämmbedingungen arbeiten Wärmepumpen weniger effizient und sind im laufenden Betrieb teurer. Der Sanierungsstandard des Gebäudes ist deshalb ein zentraler Faktor. Schon vergleichsweise kleine energetische Maßnahmen – etwa an Dach oder Fenstern – können die Effizienz spürbar steigern.


In gut sanierten Gebäuden erreichen Wärmepumpen häufig eine Jahresarbeitszahl (JAZ) von 4,0 oder mehr. In ungedämmten Altbauten liegt die JAZ meist niedriger, wodurch der Stromverbrauch entsprechend steigt.


Liegt der Energieverbrauch eines Gebäudes über 150 kWh pro Quadratmeter im Jahr, empfiehlt es sich, den Altbau zusätzlich zu modernisieren. Häuser, die vor der ersten Wärmeschutzverordnung (1977) errichtet wurden, haben ohne Sanierungsmaßnahmen häufig einen Heizenergiebedarf zwischen 150 und 300 kWh pro Quadratmeter im Jahr und profitieren besonders stark von energetischen Verbesserungen.


Mit gezielten Maßnahmen lässt sich der Wärmebedarf oft auf unter 100 kWh pro Quadratmeter im Jahr senken – und die Wärmepumpe entsprechend effizienter betreiben.


Unsanierter Altbau-Innenraum mit rissigen Wänden und altem Holzfenster

Altbau ohne Fußbodenheizung

Das vorhandene Wärmeverteilsystem muss zur Wärmepumpe passen, aber eine Fußbodenheizung ist dafür keine zwingende Voraussetzung. Wärmepumpen funktionieren grundsätzlich auch mit klassischen Heizkörpern – entscheidend ist eine niedrige Vorlauftemperatur von idealerweise unter 50 °C, denn jedes Grad weniger verbessert die Effizienz der Anlage spürbar.


Klassische Radiatoren sind dabei oft weniger gut geeignet, da sie häufig Vorlauftemperaturen über 65 °C benötigen, um ausreichend Wärme abzugeben. Bei Einrohrheizungen wird der Einsatz einer Wärmepumpe in der Regel nicht empfohlen, da sich hier niedrige Vorlauftemperaturen besonders schwer umsetzen lassen.


Besonders gut geeignet sind große Heizflächen wie Wand-, Decken- oder Fußbodenheizungen, die bereits bei Temperaturen um 30 °C arbeiten.


Alternativ lassen sich auch großflächige oder bewusst überdimensionierte Heizkörper einsetzen – das ist zwar etwas weniger effizient, dafür in der Regel deutlich kostengünstiger als eine vollständige Umrüstung auf Flächenheizung. Ein hydraulischer Abgleich verbessert zusätzlich die Wärmeverteilung im gesamten Haus. Verschiedene Systeme lassen sich dabei auch miteinander kombinieren.


Praxistipp – der Eignungstest für Heizkörper: Stellen Sie an einem kühlen Wintertag Ihre Vorlauftemperatur auf maximal 50 °C ein und drehen Sie anschließend Ihre Heizkörper voll auf. Wird es in Ihren Wohnräumen dennoch angenehm warm, sind Ihre Heizkörper höchstwahrscheinlich ausreichend für den Betrieb mit einer Wärmepumpe. Bleibt es dagegen spürbar kühl, sollte im ersten Schritt über den Austausch einzelner Heizkörper nachgedacht werden.


Ein Heizungsfachbetrieb berät hier verlässlich, damit Sie auf der sicheren Seite sind.



  1. Welche Wärmepumpenart passt zu welchem Altbau?


Je nach Gebäudesituation und Grundstück kommen unterschiedliche Wärmepumpenarten infrage:

Wärmepumpenart

Eignung für Altbauten

Luft-Luft-Wärmepumpe

Als alleinige Hauptheizung für Altbauten meist ungeeignet, da eine sehr gute Dämmung und geringe Heizlast vorausgesetzt werden. Als ergänzende Heizungsunterstützung – ähnlich einer Split-Klimaanlage – aber eine sinnvolle Option.

Luft-Wasser-Wärmepumpe

Vielseitig einsetzbar, auch in eng bebauten Gebieten. Besonders geeignet für Altbauten nach einer energetischen Teilsanierung und bei moderatem Heizbedarf. Vergleichsweise günstig und einfach zu installieren, da keine Erschließung der Wärmequelle nötig ist.

Sole-Wasser-Wärmepumpe (Erdwärme)

Langfristig oft effizienter und gut geeignet für Altbauten mit höherem Heizbedarf oder größere Häuser. Die Erschließung über Sondenbohrung oder Erdkollektoren ist allerdings mit höheren Investitionskosten verbunden.

Wasser-Wasser-Wärmepumpe (Grundwasser)

In der Regel die effizienteste Variante, da Grundwasser eine besonders konstante Temperatur aufweist. Brunnenbohrungen sind jedoch aufwendig, genehmigungspflichtig und in bestehenden Altbau-Grundstücken oft schwer umsetzbar.


 Kompakte Luft-Wasser-Wärmepumpe an moderner Fassade montiert

Für die meisten Altbau-Projekte ohne große Grundstücksfläche und ohne aufwendige Erdarbeiten ist die Luft-Wasser-Wärmepumpe die praktikabelste Lösung. Wer mehr Platz und ein größeres Budget hat, kann mit einer Erdwärme- oder Grundwasserlösung langfristig von einer höheren Effizienz profitieren.



  1. Kombination mit der bestehenden Heizung: die Hybridlösung


Eine Wärmepumpe muss im Altbau nicht zwingend allein die gesamte Heizlast des Gebäudes tragen. Sie lässt sich auch problemlos mit bestehenden Heizsystemen kombinieren – ein sogenannter bivalenter Betrieb.


Die wichtigsten Punkte zur Hybridlösung im Überblick:

  • Kombinierbar mit verschiedenen Systemen: Eine Wärmepumpe kann zum Beispiel ein Blockheizkraftwerk oder eine Solarthermie-Anlage unterstützen, aber auch mit einer bereits vorhandenen Öl- oder Gasheizung zusammenarbeiten.


  • Sinnvoll bei intakter Altanlage: Ist die alte Heizung noch funktionstüchtig und steht in absehbarer Zeit kein Austausch an, ist die Hybridlösung häufig die pragmatischste Wahl – eine Brennwertheizung wird dabei mit einer neuen Wärmepumpe kombiniert.


  • Aufteilung der Heizlast: Den überwiegenden Teil der Heizlast übernimmt die Wärmepumpe. In besonders kalten Wintermonaten – wenn der reine Wärmepumpenbetrieb unwirtschaftlich würde oder die Leistung nicht mehr ausreicht – schaltet sich die konventionelle Anlage unterstützend dazu.


  • Zwei technische Umsetzungswege: Entweder wird eine reguläre Wärmepumpe bivalent mit der bestehenden Gas- oder Ölheizung kombiniert, oder es kommt gleich eine spezielle Hybrid-Wärmepumpe zum Einsatz – ein einzelnes Gerät, das Wärmepumpe und Gasheizung bereits in sich vereint.


  • Fachliche Beratung einplanen: Wer über eine Wärmepumpe im Altbau oder eine Hybridheizung nachdenkt, sollte sich in jedem Fall von einem Fachbetrieb beraten lassen, um die für das eigene Gebäude passende Lösung zu finden.






  1. Was kostet eine Wärmepumpe im Altbau?


Die Gesamtkosten setzen sich aus den Kosten für die Wärmepumpe selbst inklusive Installation sowie – je nach Art – zusätzlichen Kosten für die Erschließung der Wärmequelle zusammen. Grobe Richtwerte für Österreich:

Wärmepumpenart

Wärmepumpe inkl. Installation

Erschließung der Wärmequelle

Gesamtkosten

Luft-Luft-Wärmepumpe

15.000 – 23.000 €

keine

15.000 – 23.000 €

Luft-Wasser-Wärmepumpe

15.000 – 23.000 €

keine

15.000 – 23.000 €

Erdwärmepumpe (Erdkollektor)

15.500 – 18.500 €

3.500 – 5.500 €

19.000 – 24.000 €

Erdwärmepumpe (Erdsonde)

15.500 – 18.500 €

9.500 – 11.500 €

25.000 – 30.000 €

Wasser-Wasser-Wärmepumpe

14.500 – 18.500 €

5.500 – 8.500 €

20.000 – 27.000 €

Diese Werte sind allgemeine Richtwerte und können je nach Gebäude, Region, Anbieter und individuellem Aufwand abweichen. Nicht eingerechnet sind mögliche zusätzliche Kosten für die Optimierung der Heizflächen (Heizkörpertausch, hydraulischer Abgleich) sowie eventuelle Fördermittel, die die tatsächliche Investition spürbar reduzieren können. Eine verbindliche Kalkulation liefert immer erst ein konkretes Angebot vor Ort.



  1. Stromverbrauch und Jahresarbeitszahl richtig einschätzen


Die laufenden Betriebskosten einer Wärmepumpe ergeben sich direkt aus dem verbrauchten Strom. Wie hoch dieser im Altbau tatsächlich ausfällt, hängt stark von drei Faktoren ab: der Gebäudedämmung, der Heizlast und der benötigten Vorlauftemperatur.

Als grobe Orientierung gilt: Eine Wärmepumpe benötigt im Schnitt nur 1 kWh Strom, um daraus 3 bis 4 kWh nutzbare Wärme zu erzeugen.


Wie effizient eine Anlage im Jahresverlauf tatsächlich arbeitet, spiegelt sich in der Jahresarbeitszahl (JAZ) wider – dem Verhältnis von erzeugter Wärme zu eingesetztem Strom über ein Jahr.


In unsanierten Altbauten sinkt die JAZ typischerweise durch höhere Systemtemperaturen und größere Wärmeverluste. Als Zielwert für akzeptable Stromkosten beim Heizen mit einer Wärmepumpe im Altbau wird häufig eine JAZ von mindestens 3,0 genannt.


Praktische Faustregel zur Heizlast: Als Richtwerte für den spezifischen Wärmebedarf gelten bei einem sanierten Altbau mit Wärmedämmung rund 0,06 kW pro Quadratmeter, bei einem Altbau ohne Dämmung rund 0,12 kW pro Quadratmeter. Die Formel lautet: Wohnfläche in Quadratmetern multipliziert mit dem spezifischen Wärmebedarf ergibt die benötigte Heizleistung in kW.



Alt-Text: Stromverbrauch berechnen mit Stromzähler und Taschenrechner

Rechenbeispiel: Ein Altbau ohne Dämmung mit 200 m² zu beheizender Fläche benötigt demnach eine Heizleistung von rund 24 kW (200 m² × 0,12 kW/m²). Ein sanierter Altbau mit derselben Wohnfläche kommt dagegen mit rund 12 kW aus (200 m² × 0,06 kW/m²) – also nur der Hälfte. Dieser Unterschied zeigt eindrücklich, wie stark sich Sanierungsmaßnahmen auf die benötigte Anlagengröße und damit auch auf Anschaffungs- und Betriebskosten auswirken können.


Eine separate Option, die sich im Altbau ebenfalls anbietet: die Warmwasser-Wärmepumpe. Sie lässt sich vergleichsweise einfach nachrüsten, dient ausschließlich der Warmwasserbereitung und nutzt dafür die thermische Energie aus Raumluft, Außenluft oder Abluft des Gebäudes – unabhängig vom restlichen Heizsystem.




  1. Häufig gestellte Fragen


Wie viel kW Heizleistung braucht eine Wärmepumpe pro Quadratmeter Altbau?

Als Richtwerte gelten bei einem sanierten Altbau mit Wärmedämmung etwa 0,06 kW pro Quadratmeter und bei einem Altbau ohne Dämmung etwa 0,12 kW pro Quadratmeter. Die überschlägige Formel: Wohnfläche (m²) × spezifischer Wärmebedarf (kW/m²) = benötigte Heizleistung.


Warum sollte man in manchen Fällen keine Wärmepumpe im Altbau einsetzen?

Im Nachteil ist eine Wärmepumpe vor allem in stark ungedämmten Häusern mit sehr hohem Wärmebedarf, deren vorhandenes Heizsystem nur mit extrem hohen Vorlauftemperaturen arbeiten kann. Das erhöht den Stromverbrauch spürbar und schwächt die Wirtschaftlichkeit der Anlage.


Eignet sich eine Wärmepumpe zur Innenaufstellung im Altbau?

Ja, das kann eine sinnvolle Alternative sein, wenn der Außenbereich nur begrenzt zur Verfügung steht – etwa, weil die Wärmepumpe nicht sichtbar im Garten oder an der Fassade stehen soll. Luft-Wasser-Monoblock-Wärmepumpen eignen sich hierfür, sofern ausreichend Platz für Innengerät und Luftkanäle vorhanden ist. Auch Sole-Wasser- und Wasser-Wasser-Wärmepumpen lassen sich innen betreiben, sofern die nötige Erschließung der Wärmequelle realisierbar ist.


Brauche ich für eine Wärmepumpe im Altbau zwingend eine Fußbodenheizung?

Nein. Wärmepumpen funktionieren auch mit klassischen Heizkörpern, solange die Vorlauftemperatur niedrig genug bleibt – idealerweise unter 50 °C. Der einfache Eignungstest aus diesem Artikel gibt dazu eine erste verlässliche Orientierung.


Muss ich meinen Altbau vor dem Einbau einer Wärmepumpe komplett sanieren?

Nicht zwingend. Eine umfassende Sanierung ist vor allem bei sehr hohem Wärmebedarf (über 150 kWh/m² im Jahr) sinnvoll. Bei moderatem Wärmebedarf reicht oft die gezielte Optimierung einzelner Punkte wie Heizflächen oder Dämmung an neuralgischen Stellen.


Was ist der Unterschied zwischen einer Hybridlösung und einer Komplettumstellung auf Wärmepumpe?

Bei der Hybridlösung bleibt die bestehende Öl- oder Gasheizung als Unterstützung für besonders kalte Tage erhalten, während die Wärmepumpe den überwiegenden Teil der Heizlast übernimmt. Bei der Komplettumstellung entfällt der fossile Wärmeerzeuger vollständig.


Entkerntes Altbau-Dachgeschoss während energetischer Sanierung


  1. Fazit


Eine Wärmepumpe im Altbau ist kein Widerspruch – das zeigen sowohl unabhängige Feldstudien als auch die Erfahrung zahlreicher bereits umgerüsteter Bestandsgebäude. Entscheidend ist nicht das Baujahr des Hauses, sondern das Zusammenspiel aus Dämmzustand, korrekt berechneter Heizlast und einem Wärmeverteilsystem, das mit möglichst niedriger Vorlauftemperatur auskommt.


Wer sein Gebäude realistisch einschätzt – notfalls mit dem einfachen Eignungstest für die vorhandenen Heizkörper –, weiß schnell, ob eine direkte Umstellung sinnvoll ist, ob punktuelle Optimierungen ausreichen oder ob eine Hybridlösung mit der bestehenden Heizung der bessere erste Schritt ist.


In jedem Fall gilt: Eine saubere Heizlastberechnung und eine individuelle Beratung durch einen Energieberater oder Heizungsfachbetrieb sind die verlässlichste Grundlage für eine Entscheidung, die zum eigenen Gebäude wirklich passt.



  1. Über Sonergy



Roman Hauser, Mitgründer von Sonergy

Sonergy ist Ihr Ansprechpartner für professionelle Elektrotechnik und intelligente Energielösungen in Wien und Umgebung. Der Meisterbetrieb begleitet private und gewerbliche Kunden von der ersten Beratung über die Planung bis zur fachgerechten Installation und Inbetriebnahme.

Bei der Planung einer Wärmepumpe – auch in Bestandsgebäuden mit Heizkörpern – werden die baulichen Gegebenheiten, der individuelle Wärmebedarf, die Vorlauftemperatur des bestehenden Heizsystems und mögliche Kombinationen mit Photovoltaik berücksichtigt. So entsteht kein beliebiges Standardpaket, sondern eine Lösung, die zum Gebäude und zum tatsächlichen Heizungsbedarf passt.

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